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Hafen von Portosin
Hafen von Portosin.

Reisebericht 32
RIAS MUROS UNTERHALB VOM KAP FINISTERRE

Hallo liebe Freunde, kurz vor Ostern erreichen wir den Rias Muros unterhalb vom Kap Finisterre. Im Hafen von Portosin finden wir ein herzliche Aufnahme und die Hilfe, die wir dringend brauchen: in Portosin Rainer hat, seit dem wir Bajona verlassen haben, täglich über Schmerzen im Rücken, den Arm runter und im Nacken geklagt. Beim Paddeln waren die Schmerzen nicht so schlimm, nur abends im Zelt und morgens wurde es immer unerträglicher Der Hafen von Portosin hat uns also herzlichst aufgenommen - wir bekommen ein Zimmer und wurden täglich zum Essen ins Club Restaurant eingeladen. Der Präsident Francisco Gude Sampedro und seine Frau Menchu sind beide Ärzte und da wir hier in dem kleinen Fischerdorf keine ärztliche Untersuchungen machen konnten, nehmen die beiden uns gleich mal für 4 Wochen mit, in die schöne Stadt Santiago de Compostella, in ihre Wohnung.



in der Pilgerstadt - eine Urkunde ist uns sicher
in der Pilgerstadt - eine Urkunde ist uns sicher
bei Francisco und Menchu zu Hause
bei Francisco und Menchu zu Hause


Rainer mit Dr. Schubert in München
Rainer mit Dr. Schubert in München.

Endlich konnten dann nach den Feiertagen die Untersuchungen stattfinden und es bestätigte sich Rainers Ahnung, dass er einen Bandscheibenvorfall hat, diesmal im Halswirbel C7-D1. Suchen hier einen Spezialisten auf, der Rainer erklärt wie er ihn operieren würde – mit einer Methode, die uns überhaupt nicht zusagte: Er soll eine Titanplatte eingesetzt bekommen! Danach müsste er mindestens 4 Monate Pause machen! So durchstöbern wir das Internet und stossen so die ALPHA KLINIK in München.

Per Internte nehmen wir Kontakt auf mit Frau Ramirez, die sehr freundlich ist und all unsere Unterlagen und Informationen an Dr. Hoogland und Dr. Schubert weiterleitet. Dr. Hoogland würde Rainer mit einer neuen Methode operieren: die perkutane Nukleotomie ist eine neue, minimalinvasive Eingriffstechnik, die in den meisten Fällen auf ambulanter Basis mit einer schonenden, örtlichen Betäubung durchgeführt werden kann.

Das Verfahren wurde von Dr. Hoogland und Dr. Schubert nach der Technik von Dr. Bonati aus den USA modifiziert und verfeinert. Mehr Informationen finden Sie unter: www.AlphaKlinik.de Das hört sich alles sehr gut an und Rainer ist begeistert, dass es so einfach gehen könnte. Jetzt ist es nur noch eine Frage der Kosten! Dr. Hoogland und Dr. Schubert werden auf ihr Honorar verzichten und da kommen wir auf die gleichen Kosten, die auch eine OP hier in Spanien ausmachen würde. Nehmen nun Kontakt mit unserer DKV auf und da wir eine Ausland-Krankenversicherung haben, ist die DKV nicht bereit (obwohl die Kosten gleich hoch wären) zu zahlen! Es gibt auch absolut keine Ausnahmeregelung - und kein Entgegenkommen!! Besprechen unsere Situation nun noch mal mit der Alphaklinik und die kommen uns nun soweit entgegen dass das gesamte OP-Team auf ihr Honorar verzichtet und nur die Kosten für den OP-Saal anfallen!!

Verständigen unsere zwei Schweizer Sponsoren und die beiden erklären sich bereit, sich diese Kosten zu teilen! Wir möchten uns hiermit herzlichst bei der Alpha Klinik und unseren Sponsoren Mammut und Victorinox bedanken für diese große Hilfe und Gott segne sie dafür! Rainer flog also am Montag, den 14.02.05 nach München. Am Dienstag fand die Voruntersuchung statt und am Mittwoch wurde er operiert - nach einer Stunde ist er fertig und hat während der OP bereits gemerkt, wie der Schmerz verschwindet. Am Donnerstag ist Nachuntersuchung und Rainer ist vollauf zufrieden - so wie die Ärzte auch! Endlich hat er es hinter sich und die Schmerzen sind weg.


Danken möchten wir hier auch noch Gabi und Jürgen, die wir vor 3,5 Jahren in Griechenland kennenlernten, dass sie Rainer bis DO. Unterkunft gewährten und sich so gut und herzlich um ihn kümmerten.

Rainers Eltern holten ihn dann ab und er hat sich sehr gefreut, seine Familie und Freunde wiederzusehen - vor allem aber seine Oma, die im Dez. 90 Jahre alt wurde – es war herrlich, sie nochmals in die Arme nehmen zu können!

Rainer sagte: ” Es war aber trotz allem sehr komisch für mich nach viereinhalb Jahren wieder in Deutschland zu sein – als ich in München ankam und mit der U-Bahn fuhr, war es total ungewohnt, dass alle Deutsch sprachen. Und weiter ist mir diese “Jammerstimmung” aufgefallen. die vor allem von den Medien verbreitet wird und dies auf die Menschen stark abfärbt. Da kann einem ja wirklich Angst und Bange werden. Dies sind wir von den Spanieren nicht gewohnt, wo die Wirtschaft boomt in allen Bereichen. Natürlich gibt es auch hier Schwierigkeiten, aber nie haben wir solch ein Gejammer gehört. Eigentlich schade, man sollte sich mehr am Leben freuen und kann auch mit etwas weniger zufrieden sein.

Nun ist Rainer wieder in PORTOSIN und wir sind beide sehr froh, in 2 Wochen geht es weiter.
Nach reiflicher Überlegung haben wir uns nun entschieden, über die Kanäle Frankreich, Belgien, Holland nach Deutschland zu paddeln.

Hier möchten wir uns auch noch von ganzem Herzen bei dem CLUB NAUTICO PORTOSIN bedanken – der uns nun schon so lange Unterkunft und Verpflegung gewährt hat! GOTT SEGENE EUCH.


 bei der Regatta mit Menchu
bei der Regatta mit Menchu.

 Nach dem Segeln beim Essen fassen mit Francisco im Club Restaurant
Nach dem Segeln beim Essen fassen mit Francisco im Club Restaurant.
Nach dem Segeln beim Essen fassen mit Francisco im Club Restaurant

Ein Essay auf den ATLANTIK
von Rainer Ulm.

Nur ein Jahr gewährst Du uns auf Dir - von Gibraltar bis Kap Finisterre.
Rauh und wild bist Du geblieben wie am ersten Schöpfungstag.
Von Deiner Gewalt zeugt als stummer Zeuge die zerklüftete und zerrissene Steilküste.
Ein Jahr der Angst und Schrecken - wie oft hast Du uns ausgespuckt auf deinen Stränden wie Müll, den DU nicht auf Dir duldest! Verlachst und verhöhnst uns mit deinen wogenen Wellenbergen und Brechern.
Wie oft waren wir in unseren Faltbooten ein Spielball Deiner Macht. Hören noch das Ächzen und Stöhnen des Holzgerüstes in unseren Kajaks - wie auch unserer Knochen - wenn es auf deinen Brandungswellen Richtung Strand ging.

Ja, Du hast uns das Fürchten gelehrt , uns Angst und Bange gemacht. Was haben wir Deiner Urgewalt schon entgegenzusetzen: ein paar mickrige Muskel - was ist das schon?

Wären nicht die vielen Menschen gewesen, die uns mit offenen Armen aufnahmen, weil sie wussten, dass wir von Dir ungeliebt und verstoßen sind - der Mut hätte uns schon längst verlassen.
Nein, nie waren wir von Dir geliebt – so stehen wir kopfschüttelnd am Kap Finisterre und schauen ein letztes Mal zu Dir hinaus.

Wie konnten wir nur so anmaßend sein, zu glauben, Dich bezwingen zu können. Nein, nicht wir haben es geschafft, Du hast uns geschafft und alle Illusionen zerstört. Wir beugen uns Deiner Gewalt - diese Erkenntnis kommt spät aber, GOTTLOB noch, bevor es zu spät ist. Ein Desaster auf dem Meer bleibt uns erspart. Wir grüßen Dich mit unserem Respekt zum Abschied!


wild und unbezähmbar .....
wild und unbezähmbar ......